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Ausgrabungsstätte am Rullstorfer Kronsberg

Ausgrabungen am Rullstorfer Kronsberg

Die Langobarden und Alt-Sachsen siedelten bereits 800 v. Chr. am Geestrand über dem Urstromtal der Elbe auf dem Kronsberg. Archäologen förderten auf dieser Grabungsstätte sensationelle Funde zutage, so z. B.Hengste, mehrere Hunde und einen Hirsch als Grabbeilagen.  Außerdem wurden Waffen, Werkzeuge, Teile eines Kettenhemdes, Schmelzöfen für Rasenerz, Urnen und andere Keramik, sowie wertvoller Schmuck aus Glas, Bernstein, Bronze und Gold gefunden; unter anderem die einzigartige „Schwanenfibel“. Diese Funde sind in niedersächsischen Museen ausgestellt. Die "Schwanenfibel" ist im Museum Lüneburg ausgestellt. Das Grab mit Hengsten und Hirsch ist im Niedersächsischen Landesmuseum in Hannover zu sehen.
Weitere historische Stätten sind die Landwehr in Rullstorf und das am besten erhaltene Buckelgräberfeld in Niedersachsen zwischen den Orten Boltersen und Neetze.

Nachdem die Grabungen nunmehr längst beendet sind, kann man sich im Begleitbuch „Auf dem Weg nach Walhall - Die Pferde der Altsachsen - Begleiter in Leben und Tod“ umfangreich über das Thema informieren. Dieses Sammelwerk geht individuell auf die Grabungsergebnisse der "Rullstorfer Altsachsen" ein und würdigt dabei auch lokale Personen, die durch ihre Umsicht, ihre Nachsicht und ihre Unterstützung diese faszinierenden Forschungsergebnisse mit ermöglicht haben. Darüber hinaus werden der religiöse Hintergrund und allgemeine Lebensumstände der Altsachsen anschaulich und verständlich erklärt.
Die Altsachsen gelten als ethnische Wurzel des heutigen Bundeslandes Niedersachsen. Dieser spannende Teil der Landesgeschichte kann aber nur über archäologische Funde und Befunde nachvollzogen werden, weil es keine schriftlichen Überlieferungen gibt. Unter der Vielzahl wichtiger archäologischer Fundstellen nimmt Rullstorf eine Schlüsselstellung ein. Auf dem Kronsberg bei Rullstorf - im Landkreis Lüneburg - führte das Niedersächsische Landesamt für Denkmalpflege seit 1979 eine umfangreiche archäologische Flächengrabung durch. Dabei wurde eine über 5.000 Jahre dauernde Besiedlung dokumentiert. Im Rahmen dieser archäologischen Grabungen fanden die Wissenschaftler ein großes Körper- und Brandgräberfeld aus spätsächsischer Zeit (7.-9. Jahrhundert), dessen Untersuchung aufschlussreiche und interessante Erkenntnisse zu Tage brachte.
Ein besonderes Kapitel, das das Forscherteam um Dr. Gebers aufgeschlagen hat, ist das Verhältnis der Altsachsen zu ihren Pferden. In Rullstorf befindet sich eines der größten und bedeutendsten Pferdegräberfelder Deutschlands (42 Pferde), das zugleich zu den großen und wichtigen Fundstellen dieser Art in Europa zählt. Es wurde u. a. ein angeschirrtes Pferde bestattet gefunden. Die originalen Fundstücke - ein Halfter mit Trense, ein Sattel mit Steigbügeln und ein Hintergeschirr - ermöglichen den Wissenschaftlern eine ebenso anschauliche wie auch detailgetreue Rekonstruktion der Ausrüstung.
Begleitend zu einer Sonderausstellung über die Funde des spätsächsischen Gräberfeldes (7. bis 9. Jh.) vom Kronsberg haben das Industriemuseum Lohne und das NLD ein Buch herausgegeben (Format 24x21 cm, 119 Seiten, 125 Abbildungen, durchgängig in Farbe).

Das Buch kann zum Preis von 12,00 € in der Tourist-Information der Samtgemeinde Scharnebeck käuflich erworben werden.